Aufbau und Etablierung des Vogel-Monitorings in Rheinland-Pfalz in den Jahren 2018–2019

Neue Rote Liste Brutvögel Rheinland-Pfalz erschienen

In der neuen Roten Liste „Brutvögel Rheinland-Pfalz“ hat das Autorenteam um Hauptautor Dr. Christian Dietzen (Landesamt für Umwelt, LfU) 200 heimische Brutvögel nach ihrem Gefährdungsgrad bewertet.

In Rheinland-Pfalz sind 200 verschiedene Brutvogelarten nachgewiesen, von denen 187 Arten einheimisch sind. Bei den übrigen 13 Arten handelt es sich um Neozoen. Als bestandsgefährdet oder ausgestorben/verschollen gelten 95 Brutvogelarten. Die Aufteilung auf die Gefährdungskategorien ist für die regelmäßigen Brutvogelarten wie folgt:

  • ausgestorben (Kategorie 0): 17 Arten, z. B. Rotkopfwürger (Lanius senator), Brachpieper (Anthus campestris), Ortolan (Emberiza hortulana);
  • vom Aussterben bedroht (Kategorie 1): 31 Arten, z. B. Löffelente (Spatula clypeata, verschollen seit ca. 2013), Kiebitz (Vanellus vanellus), Raubwürger (Lanius excubitor), Braunkehlchen (Saxicola rubetra);
  • stark gefährdet (Kategorie 2): 21 Arten, z. B. Rebhuhn (Perdix perdix), Grauspecht (Picus canus), Blaukehlchen (Luscinia svecica), Feldsperling (Passer montanus), Zippammer (Emberiza citrinella);
  • gefährdet (Kategorie 3): 20 Arten, z. B. Kuckuck (Cuculus canorus), Feldlerche (Alauda arvensis), Mehlschwalbe (Delichon urbicum), Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix), Goldammer (Emberiza citrinella);
  • extrem selten (Kategorie R): 5 Arten, z. B. Brandgans (Tadorna tadorna), Gänsesäger (Mergus merganser), Bartmeise (Panurus biarmicus);
  • keine Daten (Kategorie D): eine Art – Baumfalke (Falco subbuteo).

In Rheinland-Pfalz befinden sich 13 Brutvogelarten auf der Vorwarnliste, wie z. B. der Haubentaucher (Podiceps cristatus), der Wanderfalke (Falco peregrinus) oder der Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra). Als ungefährdet gelten 66 überwiegend häufige und mittelhäufige Arten. Nicht bewertet wurden 26 Vogelarten, bei denen es sich um unregelmäßige Brutvögel (11 Arten) oder um Neozoen handelt (12 Arten), bei drei Arten ist der Status noch unklar (inkl. ein Neozoon). Zusammenfassend sind 55 % aller einheimischen Brutvogelarten in irgendeinem Maß gefährdet oder gar ausgestorben/verschollen. Nur noch 38 % der Brutvögel gelten als ungefährdet.

Im Vergleich zu der letzten Roten Liste Brutvögel für Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2014 zeigt sich ein negatives Bild, da der Anteil ungefährdeter Arten weiter abnimmt. Der Anteil gefährdeter Brutvogelarten liegt in Rheinland-Pfalz über dem bundesweiten Trend (+23 %), der sich aus der 2020 für Deutschland publizierten Roten Liste ergibt. Besonders auffällig ist der Anteil zuvor ungefährdeter Arten, die jetzt in einer Gefährdungskategorie oder auf der Vorwarnliste aufgeführt sind (25 Arten). Darunter sind auch allgemein bekannte Arten wie Mauersegler (Apus apus), Türkentaube (Streptopelia decaocto), Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) und Wacholderdrossel (Turdus pilaris). Insgesamt stehen vier Verbesserungen (Abstufung in der Kategorisierung bei Baumpieper, Heidelerche, Rotmilan, Wendehals) 36 Verschlechterungen (Heraufstufung) gegenüber. Das entspricht einem Verhältnis von 1:9. 

Die Rote Liste kann hier heruntergeladen werden.

Quelle: https://lfu.rlp.de/startseitenbeitraege/2026/rote-liste-brutvoegel

Im Vorwort bedankt sich Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Katrin Eder ausdrücklich bei den Teilnehmern des ehrenamtlichen Vogelmonitorings: „Mein besonderer Dank gebührt den Unterstützerinnen und Unterstützern der verschiedenen Programme des ehrenamtlichen Vogelmonitorings, die ganz wesentlich zur Qualität dieser Roten Liste beigetragen haben. Grundsätzlich danke ich allen, die ihr Wissen und ihre Zeit zur Verfügung gestellt haben. Ohne Ihr großes ehrenamtliches Engagement wäre die Aktualisierung in dieser Form nicht möglich gewesen.“