Aufbau und Etablierung des Vogel-Monitorings in Rheinland-Pfalz in den Jahren 2018–2019

MsB Zippammer startet am 20.April 2026

MsB Zippammer startet am 20.April 2026

2026 startet mit dem MsB Zippammer ein neues Erfassungsprogramm im Monitoring seltener Brutvögel. Die Zielart ist die Zippammer, von der Rheinland-Pfalz ca. 80% des deutschlandweiten Vorkommens beherbergt. Optional können und sollen aber auch die Arten Wendehals, Heidelerche, Orpheusspötter, Baumpieper und Zaunammer miterfasst werden (diese Arten ohne Klangattrappe!). Die Erfassung erfolgt im Rahmen von einer Begehung mit Hilfe einer Klangattrappe, die an vorher definierten, festen Punkten abgespielt wird. Die Erfassungspunkte sollen jeweils 300 m auseinanderliegen, eine Route besteht aus ca. 8–13 Stopps (ca. 2,5-4 km). Erfassungsbeginn ist etwa um Sonnenaufgang. Der Erfassungszeitraum liegt zwischen Ende April und Anfang Mai (20.4.-10.5.).

Eine digitale Erfassung per App ist ebenso möglich wie die herkömmliche Erfassung auf eine Papierkarte.

Die Zählgebiete sind von den Zählerinnen und Zählern frei wählbar, ein Vorkommen der Zippammer sollte zu erwarten sein.

Die dargestellte Karte gibt mit Hilfe der Ornitho.de-Meldungen einen Überblick über die Vorkommen der Zippammer in der Brutzeit im Zeitraum von 2020 bis 2025. Ebenso dargestellt sind die ersten für 2026 eingerichteten Zählstrecken.

Im Rahmen des zukünftigen Monitorings möchten wir in den Schwerpunktgebieten (Mittelrhein, Ahr, Mosel, Saar, und Nahe) jährliche Erfassungen organisieren. An der Teilnahme interessierte Personen wenden sich bitte an die Projektkoordinatorin.

Die Zippammer ist in der Roten Liste von Rheinland-Pfalz in die Gefährdungskategorie „Stark gefährdet“ eingestuft, der Bestand wird mit ca. 400 bis 440 Brutpaaren angegeben (Dietzen et al. 2025). Verlässliche Angaben zur Bestandsentwicklung sind nicht möglich. Hier soll das Monitoring eine Lücke schließen, um Kenntnisse zu Verbreitung und Bestandsentwicklung zu erlangen und Schutzanstrengungen zu optimieren, auszuweiten und später auch zu kontrollieren.

Für das Jahr 2026 sind die ersten Routen an der Mosel bei Bernkastel-Kues und Koblenz sowie am Rhein bei Mainz angelegt worden.

Alle am Zippammer-Monitoring Interessierte melden sich bitte bei Projektkoordinatorin Melanie Wagner.

Programmsteckbrief: Zippammer – Monitoring seltener Brutvögel (MsB)

ProgrammsteckbriefZippammer ‒ Monitoring seltener Brutvögel (MsB)
Erfasste Art(en)Zippammer, optional Wendehals, Heidelerche, Orpheusspötter, Baumpieper und Zaunammer
Erforderliche
Kenntnisse
Gering, sichere akustische und visuelle Bestimmung der Zippammer und Fähigkeit, seine Umgebung konzentriert auf diese Arten zu prüfen
MethodePunkt-Stopp-Zählung mit Klangattrappe (2,5-4 km)
ZählgebieteFrei wählbar; Gebiete, in denen ein Vorkommen der Zippammer zu erwarten ist
Anzahl Kontrollen1 × pro Brutsaison (morgens, bei Sonnenaufgang). Zweitbegehung nur wenn Erstbegehung deutlich hinter Erwartungen zurückbleibt.
Erfassungszeitraum20. April –10. Mai
ErfassungsdauerCa. 2–3 h je Kontrolle (abhängig von der Streckenlänge)
DatenmeldungÜbermittlung der Rohdaten per App, PC oder E-Mail/Telefon
Teilnehmer/-innen gesuchtJa (bitte kontaktieren Sie die Ansprechpartnerin)
AnsprechpartnerinMelanie Wagner

Die Umsetzung des Zippammer-Monitorings als Monitoring-Modul für die App NaturaList wurde ermöglicht durch eine Förderung vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz. Für die mit Artexperten abgestimmte Methodik war die Grundlage eine Masterarbeit an der FH Bingen, die verschiedene methodische Ansätze bei der Zippammerkartierung (Mittelrheintal und Mosel) verglich.

Schmiedel, L.; Dietzen, C. & Radermacher, M. (2025): Methodenvergleich zur Etablierung eines Trendmonitorings der Zippammer Emberiza cia in Rheinland-Pfalz. Mainzer Naturwissenschaftliches Archiv 62: 285–310).